Hüttenröder Grasedanz

Brauchtumsfest seit 1885

Eine geschichtliche Aufarbeitung durch die Arbeitsgruppe Grasedanz im Arbeitskreis Dorfchronik und der Hilfe von Frau Meinecke und Frau Futtera unter Einbeziehung umfangreicher Materialien, verbunden aber mit der Liebe und großer Achtung zu diesem unseren Fest.

Aufgeschrieben von Peter Gehimann unter Mithilfe von Lieselotte Barthauer, Ilse Hohmann, Renate
Konheiser, Christine Kinsky, Kurt Jordan, Karl-Heinz Krause, Helmut und Kirstin Kukula sowie Edith Rudolph.

"Achtung! Präsentiert die Sichel!"

Dieses Kommando der Frau Hauptmann kündigt seit Jahren einen besonderen Höhepunkt des Festes an.

 

 chronik 01

 

Der "Hüttenröder Grasedanz" - ein Name, ein Begriff! Weit über die Grenzen der Region ist dieses traditionelle Brauchtumsfest des Harzes bekannt, wurde 1885 erstmals gefeiert. Wer die Farbenpracht der blumengeschm ü ckten Kiepen am ersten Sonntag im August einmal gesehen hat, der kommt gern in die Gem ü tlichkeit des kleinen Harzer Dörfchens zurück. Allen Gästen daher ein herzliches Willkommen. Ein Blick in die Geschichte ist erlaubt.

Nach einem Bericht aus dem Harzer Monatsheft von 1893 hat Dr. Louis Wille, der bekannte Harzer Heimatforscher, in dem 1937 erschienenen Buch "Sitte und Brauch im Jahresablauf geschrieben:

"Der Grasedanz wird in H ü ttenrode nachweislich seit 1885 im Anschluss an das Sch ü tzenfest gefeiert. Die jungen Mädchen bringen ihre mit Heu gef ü llten und mit Ebereschen geschm ü ckten Kiepen unter Vorantritt der Musik zum Festplatz. Das Heu wird unter Anweisung einer vorher gewählten Grasek ö nigin zu Haufe geordnet, mit Girlanden aus Eichenlaub und Ebereschenzweigen geschm ü ckt. Die Mädchen tanzen einen Galopp und Ringelreihen um die Heuhaufen. Dann geleitet die Musik die Mädchen wieder nach Hause.

Am Nachmittag sammeln sich die Mädchen und Frauen in Festtagskleidung vor dem Hause des Gemeindevorstehers. Der Zug wurde von der Grasek ö nigin geordnet, die eine Girlande aus Waldblumen, Eichen- und Tannenzweigen, einen Hagebuttenkranz und einen blumengeschm ü ckten Schleppsäbel trug. Einige andere Frauen, anscheinend vom Vorstande, hatten gleichfalls Hagebuttenkränze und mit Silberpapier und Bandschleifen geschm ü ckte Sicheln. Männer waren, außer den Gemeinderatsmitgliedern, die die K ö nigin aus dem Hause des Gemeindevorstehers geleiteten, nicht anwesend.

sichelNach einem 'Hoch' auf den Vorsteher setzte sich der Zug unter Vorantritt der Kapelle in Bewegung. An der Spitze marschierte die Grasekönigin inmitten der jungen Mädchen, die eine blanke Sichel trugen.
 
 
Dann folgte die Fahne mit der Inschrift 'Heute Frauenrecht', begleitet von Sichelstabsträgerinnen, an die sich die Korbträgerinnen und schließlich alleübrigen Frauen und Mädchen der Gemeinde anschlössen. Es ging zum Schützenplatz, wo sich die Musik in der Mitte des Tanzbodens aufstellte und der Zug sich zum Kreis schloss. Die jungen Mädchen tanzten um die Musik einen Ringelreihen. Dann verkündete die Grasekönigin, dass das Heu geraten und dieser Tag ein Festtag sei und forderte die Mädchen auf, 'die Männer zum Tanz anzufassen und sich fröhlich mit ihnen zu ergehen.

Die Grasekönigin ordnete mit ihrem Gefolge den Tanz. Der erste Tänzer jedes Mädchens musste als Entgeld eine Mark entrichten, wofür er den ganzen Abend tanzen durfte. Gab ein Bursche einem Mädchen einen Korb, durfte er bis zum Beginn des allgemeinen Tanzes nicht mehr geholt werden, Der Haupttanz galt der Grasekönigin. Mit einem Tusch wurde die Heuaktion angekündigt. Die Grasekönigin führte die Frauen und Mädchen zu den Heuhaufen, wo diese wiederum einen Ringelreihen tanzten.

chronik3Dann bestieg die Königin einen Heuhaufen und begann zu sprechen:

Juchei, bin Grasedanz singen wei alle danzen un springen . ummet Hei rummer hopphei wie de Jahre Ringelreih. De Sunne, dei will unnergahn, Mähens, Fruens, bliwet stahn, Mannslüe, jetz wille wei mal seihn wat jue vor dit Hei wolln beidn. Et is in vielen heiten Dagen in en Korwe tausammen edragen ut den Hai un von der Wische, et is sau scheene, is sau frische. Un jedet Mäken bracht hiet freuh wat datau. Nu lohnt de Meuh! Wer blt mal an? Wer bit mal an? Dit Hei is gut vor alles Veih wei danzen drumherum Ringelreih. Wer bit op den ersten Hucken mal an? En Daler jeder leihen kann. Musikanten speelt eins op, dann geiht de Sache ehren Lop."

Hier hat Lous Wille aber nicht das echte Hüttenröder Platt getroffen. Eine Original- Nachbildung erarbeitete für uns Christine Kinsky. Sie lautet:

Juchei, bien Grasedanz singen. Wie alle un danzen un springen Ummet Heu rummer hopphei Wie de Jahre Ringelreih. De Sunne, da will unnergahn Mäkens, Fruens, bliewet stahn, Mannslie'e, jetz wolln wie mal seihn, wat jie vor dit Heu wolln beidn. Et is in veelen heiten dagen In en Korwe tesamme dragen, ut den Hai un von de Wiesche, et is sau scheene, is sau frische. Un jedet Mäken bracht hiet freuh Wat datau. Nu lohnt de Meuh! Wer biet mal an? Wer biet mal an? Dit Heu is gut vorallet Veih. Wie danzen drummerum Ringelreih. Wer biet op den erschten Hucken an? En Daler jeder leihen kann. Musikanten speelt eins op, denn geiht de Sache ehren Loop.

wille chronikWille schrieb 1937 weiter:

"Viele Bräuche, die wir heuteüben, gehen auf Schützenbräuche zurück, beispielsweise die Wahl einer Königin, die Kaffeetafel der Königin für das Gefolge, der Kindertanz und auch der vorher erwähnte Säbel, der jedoch schon nach 1918 nicht mehr erwähnt wird. Der Hauptmann hat sich erst allmählich als Führung und Ordner des Zuges und der Versteigerung aus dem früheren Vorstand des Frauen-und Jungfrauenvereins herausgebildet. Vonälteren Frauen wurde berichtet, dass früher nicht ein Hauptmann den Zug führte, sondern drei Frauen mit Sicheln voran gingen. Das waren in den 30er Jahren Emma Gebhardt, Luise Wegener und Frederike Wegener. Die offensichtliche Gründerin des Frauen- und Jungfrauenvereins und langjährige Vorsitzende, also 'Frau Hauptmann', war Anna See."

 

 

Von 1940 bis 1949 wurde der Grasedanz nicht gefeiert. Im Sinne der Traditionspflege und -erhaltung wurde er durch den Kulturbund (oder seinen Vorgänger) wieder ins Leben gerufen. Minna Schlimmer nahm ihr Hauptmannsamt wieder auf, viele ihrer einstigen Mitstreiterinnen und heimatverbundene Hütteröderinnen (z.B. Martha Barthauer, Liesbeth Eisenhuth, Martha Stöckicht, Annemarie Paul, Minna Krebs, Else Weber mit Schwester Marie Vogeley, Else*- Vogeley, Liesbeth Pontzen und andere fanden sich bereit, das Fest weiterzuführen.

 

1950 war Wilhelm Busseck Gemeindevorsteher, er wohnte in Kehrmanns Haus (Lange Straße 9). Im Mai 1950 nahmen Hüttenröder Frauen am Festumzug in Blankenburg teil, auf Initiative von Herrn Bauerfeind (Chor) kam es dann im August wieder zum Hüttenröder Grasedanz.

Unser Grasedanz wurde schon seit alten Zeiten am ersten Sonntag im August gefeiert. Auch der "Hüttenröder Montag" mit dem beliebten Hackeisfrühstück ist Tradition,überdauerte sogar die gewiss manchmal problematische DDR-(Feier-)Zeit.

 

 

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Zur 850-Jahrfeier im Jahr 1983 wurde als neue Idee die Auswertung des Heuerntewettbewerbs der Gemeinden des Oberharzes in der Meine vorgenommen. Das Siegerdorf erhielt vom Vertreter des Rates des Kreises eine holzgeschnitzte Kiepenfrauüberreicht. So richtig zur Tradition ist diese Aktion jedoch nie geworden, sie passte wohl (weil aufgezwungen) auch nicht so richtig in das Programm.

 

chronik fahne 01

Zum (wohl falschen) 100jährigen Jubiläumüberreichte der Gemeinderat eine neue Vereinsfahne mit der Aufschrift "Heute Frauenrecht" und rückseitig "Hüttenröder Grasedanz 1887 - 100 - 1987". Die Fahne ist aus grünem Samt gefertigt und mit silbernen Buchstaben bestickt. Sie wurde von Christine Kinsky und Edith Rudolph angefertigt, die Schrift gestaltete Heinrich Krüger. Die alte Fahne wird seitdem nicht mehr im Festumzug mitgetragen. Sie ist in Folie gewickelt und befindet sich bei Familie Rudolph. Später soll sie ihren Platz in der Heimatstube finden.

 

Sie war 1896 eingeweiht worden. Auf doppeltem grünen Seidenstoff, eingefasst mit goldener Tresse, steht: " Hüttenröder Frauen- und Jungfrauenverein 1887", auf der anderen Seite "Heute Frauenrecht".In Neuwerk wird das Fest (drei Wochen vor dem in Hüttenrode) im kleinen, mehr familiären Rahmen gefeiert. Dort geht die Tradition wohl auch bis 1885 zurück. Ob es den Grasedanz auch in anderen Harzer Orten wie beispielsweise Altenbrak oder im Westharz gab, ist zweifelhaft und nie belegt worden.

chronik fahne 02

 

Bis 1986 wurde bei uns auf dem alten Holzfußboden getanzt, der jedes Jahr neu verlegt werden musste und seinen "Winterschlaf in der Musikantenbude hielt. Diese wurde wahrscheinlich schon im 19. Jahrhundert errichtet. Jedenfalls ist sie auf einer alten Zeichnung des Schützenhauses aus dem Jahr 1902 enthalten und wurde später von zahlreichen Helfern gepflegt und verbessert. Von den " alten" Helfern sollten genannt werden: Fritz Rieche (Strichmann), Fritz Rockstedt, Kurt Hesse, Willi Oschmann, Kurt Jordan, Alfred Streidt, Heini Krebs und andere. Das Verlegen und Beräumen des Tanzbodens war immer eine gewaltige Arbeit, alles musste wie am Schnürchen laufen. Aber wir haben fleißig gearbeitet - weil es danach immer ein Bierchen gab.

 

Da sind einige Bemerkungen zum Festplatz in früheren Zeiten erlaubt:

  • Der neue Tanzboden besteht aus Terrazzoplatten, er wird seit der Wendezeit (und mit der Aufstellung eines Festzeltes) kaum noch zum Tanz genutzt. Seit 1992 kann der Grasedanz das Dorfgemeinschaftshaus nutzen, nachdem davor nur der kleine (aberäußerst gemütliche) Raum der ehemaligen Wohnung von Erna Spindler zur Verfügung stand. Dahinter befand sich eine kleine Küche, in der Tante Guste (Schröder) und Tante Emma (Meyer) Kaffee für die ganze Sippschaft kochten. Was haben wir schön in diesen Buden gefeiert!!
  • Das Dorfgemeinschaftshaus war das frühere Schützenhaus. Zum Schützenfest pachtete Herr Fahlberg das Haus vom Schützenverein und betrieb zu den Festlichkeiten dort eine Gaststätte.
  • Spindlers Wohnung war der Schießstand. Aus dem Schützenhaus wurde der Kindergarten, der im Februar 1968 in das ehemalige Hotel " Brockenblick" in der Rübeländer Straße umzog. Die Räumlichkeiten wurden Wohnung (Schiatz, Wahlert, später Rolf Schmidt).
  • 1993 wurde der wunderschöne Harzklubraum (in erster Linie durch Willi Barthauer gebaut und gestaltet) fertig.
  • chronik trachtenDie Trachten, die beim Grasedanz getragen werden, sind nicht stilecht. Nachweisbare echte Hüttenröder Trachten gibt es aber nicht. Früher trugen die Frauen des Vorstandes Feiertagskleidung, sogenannte "öwerröcke" und hatten als Zeichen ihrer Würde eine grüne Schärpe um. Die anderen Frauen trugen weiße Blusen, weiße Schürzen, schwarze Mieder und schwarze rotgeflammte Röcke. Seit den 50er Jahren bestand die Tracht aus weißer Bluse mit Puffärmeln, weißer Schürze mit Tannenzweigen und -zapfen bestickt, schwarzem Mieder, schwarz-grün gestreiftem Rock (seit 1987 neue Schürzen, bestickt mit Eicheln, Tannenzweigen, Zapfen, Ebereschen und Rainfarn), Schultertuch mit Rosenmuster und weißen Söckchen. Außer den Korbträgerinnen tragen alle Frauen weiße Handschuhe, wohl auch noch ein Zeichen aus Resten der Schützenbewegung. Alle Frauen haben außerdem eine grüne, silberbetresste Schärpe, dieüber die Schulter gebunden wird. Nur Frau Hauptmann trägt sie zum Unterschied um die Taille. Die Korbträgerinnen haben leichte Kopftücher nach hinten ums Haar gebunden. Die Männer trugen seit den fünfziger Jahren hellbraune grüngeränderte Anzüge und grüne Krawatten. Seit 1988 besteht die Tracht aus weißem Hemd, grüner Jacke und Hose, grünem Schlips mit Fuchsbild und dunkelroter Weste. Anfangs hatten nur einige Helfer diesen Anzug. Die Anprobe fand damals im Gemeindebüro (Georgenhof 3 - rechts) statt. Initiator war Bürgermeister Busse, der große Verdienste um die Entwicklung unseres Brauchtumsfestes hat.

 

1991 wurde das Grasedanz-Komitee Mitglied des Harzklub-Zweigvereins Hüttenrode,übrigens nicht einstimmig, man wollte eigenständig bleiben. Doch die (wohl richtige) Meinung setzte sich durch. An der Spitze dieser Vereinigung stand seit deren Neugründung der Wanderfreund Achim Borchert, der sich schon vor der Wende als stellvertretender Bürgermeister (wie auch Bürgermeister Manfred Busse) sehr um dieses Brauchtumsfest verdient gemacht hatte.

 

Auch viele historische Materialien wurden von Herrn Borchert aufgearbeitet. Er trat 2001 von seinem Amt zurück, das danach von seinem Stellvertreter Bernd Denecke übernommen wurde. Trotzdem gebührt Achim Borchert große Anerkennung!
Große Verdienste um das Wohl des Brauchtumsfestes hatten sich davor schon Kurt Jordan, Heini Krebs, Heini Weber, Alfred Streidt und besonders Helmut Stöckicht (Witschebürschte genannt) erworben.

 

Wie aber entstand er, der Hüttenröder Grasedanz?
Blicken wir nochmals in die Harzer Monatshefte aus dem Jahr 1893 (veröffentlicht im Harzer Heft Unterm Brocken 8/61)

Dort ist zu lesen:
" Wenn im Frühjahr auf den, in den Bergen oft weit abgelegenen Waldwiesen, das erste Grün sprießt, dann sind die Frauen und Mädchen jeden Tag mit Sichel und Tragekorb unterwegs, um für Kuh und Ziege das benötigte Futter zu holen. Eine nicht leichte und mühselige Arbeit! Am Zaun auf der Straße (des Dorfes) wird das von der täglichen Lastübrig gebliebene Gras getrocknet und als Wintervorrat auf den Heuboden gebracht. Einige Wochen später werden die Wiesen von den Männern gemäht.Die Bearbeitung des Heus während des Trocknens obliegt wiederum den Frauen und Mädchen. Ständig wird es mit der Harke gewendet und, wenn nicht Regen die Arbeit behindert oder gar alle Mühen zunichte macht, zu großen Haufen zusammengetragen und später mit dem Heuwagen, vor den die Kuh gespannt war, zu Tale gefahren. Ein Teil des Heus wird verkauft, für den Erlös werden Wintervorräte für Mensch und Vieh eingehandelt. Wenn der Grasnachwuchs nachl äs st, feiern die Frauen und Mädchen des Dorfes als Entschädigung für ihre Mühen nach altem Brauch den Grasedanz." (Das würde aber bedeuten können, dass dieses Fest wesentlichälter ist als die angegebene Jahreszahl 1885! ) 

 

Es ist das Fest der Frauen, sie backen dazu Kuchen, den sie meist mit Waldfrüchten wie Himbeeren und Heidelbeeren belegen. Während des Grastanzes führen sie das Regiment und die Männer müssen sich ihren Wünschen bis zum Sonnenuntergang unterordnen. Es istüblich, dass jedes junge Mädchen anstatt bares Geld einen Korb Heu als Pfand nach dem Festpiatz bringt. Der erste Tänzer, der von dem Mädchen geholt wird, muss als Dank den baren Festbetrag des Mädchens bezahlen.

Das Heu wird auf dem Heuboden in die Tragekiepe gefüllt. Rings an den Rand werden Ebereschenzweige, an welchen die roten Dolden hängen, gesteckt, ein Stück darüber geschürzt und dann die Kiepe auf den Steintritt vor der Hoftür gestellt. Wenn im Dorf dann die Musik erklingt,öffnen sichüberall die Türen und die Mädchen reihen sich mit ihren Körben in den Zug ein.

 

chronik kiepen 01Auf dem Festplatz, wo ein Tanzboden im Freien angelegt wurde, werden hinter der Musiktribüne die Körbe von ihren Trägerinnen gestürzt und unter Leitung einer Frau, Grasekönigin genannt, zu gleichmäßigen Haufen geordnet. Diese Heuhaufen werden mit Girlanden aus Eichenlaub umwunden, und die Ebereschenbüsche darüber darauf gesteckt. Alle Mädchen reichen sich die Hände und bilden einen Kreis um den Heuhaufen herum. Zu einem " Galopp" der Musik fliegen die Mädchen jauchzend einige Male im Ringelreihen um die Heuhaufen herum. Dann nimmt man die leeren Körbe und zieht ins Dorf zurück. Später herrscht auf dem Festplatz reges Treiben. Von allen Seiten strömen die Frauen und Mädchen in ihren Festkleidern herbei. Von der Grasekönigin, die eine Girlande aus Waldblumen, Eichen- und Tannenzweigenüber der Schulter, einen Hagebuttenkranz und einen mächtigen, an Blumengirlanden hängenden Schieppsäbel und Schulterschleifen in den Landesfarben trägt, werden die Mädchen und Frauen altersmäßig eingeteilt. Hierbei wird sie von einigen Frauen, wohl Vorstandsmitglieder, unterstützt, die gleichfalls Hagebuttenkränze und Blumensträuße, aber statt des Schleppsäbels eine mit Silberpapier und Bandstreifen geschmückte Sichel tragen.

 

Unter Vorantritt der Musik bewegt sich der Zug durch die Gassen zum Festplatz, wo sich die Musik auf dem Tanzboden aufstellt und der Zug zum Kreise einschwenkt. Wie am Morgen wird wieder ein Galopp gespielt, die Frauen treten an den Rand des Tanzbodens, die Mädchen reichen sich die Hände und Hei-hop-hei-Rufen in Ringelreihen dreimal links und dreimal rechts herum. Dreimal wird der Reigen aufgeführt, dann fordert die Grasekönigin die Frauen und Mädchen auf, die Männer anzufassen zum Tanz, denn das Heu ist gut geraten und dieser Tag ist ein Festtag. Wer von den Männern beim Grastanz nicht aufgefordert werden will, darf nicht hingehen. Ein Abschlagen des Tanzes gilt als Beleidigung für alle Frauen und Mädchen."
Im "Magdeburger General-Anzeiger" vom 17. August 1939 heißt es: " Und wehe dem Mann, der einen solchen Tanz abschlägt. Er wird auf dem Festplatz an einem Eichbaumöffentlich zur Schau gestellt und darf zur Strafe an diesem Tage nicht ein einziges Mal wieder das Tanzbein schwingen".

 

chronik heuversteigerung 01Mitten in das Fest schmettert eine Fanfare, das Zeichen für den Beginn der Heuaktion. Die Frauen und Mädchen sammeln sich um die Heuhaufen, die Musik tritt zwischen die Heuhaufen und spielt nach einem Wink der Grasekönigin einen Zweitritt-Tanz. Im fröhlichen Reigen tanzen Frauen und Mädchen um die Heuhaufen herum, bis die Grasekönigin abwinkt und spricht (über die Qualität des Heus, die Mühen der Frauen und das Bieten). Die Musik spielt'nochmals einen Zweitritt, dann tritt Ruhe ein. Jetzt ruft die Graskönigin aus: "Wer setzt einmal auf diesen Haufen Heu ein?" Der Meistbietende muss das gebotene Geld entrichten, die Musik spielt einen Tusch und .Viva hoch' rufen die Umstehenden. So wird Haufen um Haufen versteigert. Zum Schluss gab die Graskönigin bekannt, dass ihr Amt beendet ist. Nach einem letzten Reigen strömt alles den Zelten zu, um dort weiter zu feiern.

 

In der Monatszeitschrift des Harzklubs "Der Harz" vom 29. August 1912 ist zu lesen:

"In einigen Orten des Blankenburger Kreises, so in Hüttenrode, Neuwerk, Altenbrak wird alljährlich nach Beendigung der Heuernte der sogenannte 'Grasedanz', eine Art Heuerntefest gefeiert. Ob dieses Fest ein altes Harzer Erntefest ist oder ob es auch in den anderen Orten, wie das in Hüttenrode der Fall ist, erst seit 20 Jahren gefeiert wird und nur ganz sporadisch in diesem begrenzten Bezirk des Harzes als Volksfest auftritt, das festzustellen hätte gewiss einiges Interesse.

In dem Oberharzer Gebiet, so in Wildemann, Lauthental, Altenau usw., wo die Heuernte der Haupt- und fast ausschließliche Ertrag des Bodens seit jeher und noch ist, wird der Grasedanz jedenfalls schon lange nicht mehr gefeiert. Wenn er hierüberhaupt jemals abgehalten worden ist.
 
chronik heuversteigerung 02Auf die Anfrage der Redaktion schreibt uns ein Harzklubmitglied aus Hüttenrodeüber den Grasedanz: ,Nach dem Schützenfeste findet hier seit 26 Jahren alljährlich der Grasdanz statt. (Das wäre aber als Ursprung 1886 - Peter Gehlmann). Dieses Fest wird von den Frauen und Jungfrauen veranstaltet. Nachdem dieselben seit mehreren Wochen in den umliegenden Forsten das dort mit der Sichel geschnittene Gras in Körben nach Hause getragen und auf der Dorfstraße getrocknet haben, sammeln sie bei den Einwohnern einen Gastbeitrag und bestellen auf einen bestimmten Sonntag die Musik. Kurz vor dem Feste wird die Grasekönigin gewählt. Am Festmorgen muss jede Teilnehmerin einen Korb voll Heu nach dem Festplatz schaffen, wo dann auf einer freien Fläche mehrere Haufen gebildet werden.'

Nach beendetem Mittagsgottesdienst versammelten sich alle bei dem Ortsvorsteher, wo dann eine derälteren Damen mit gezücktem Säbel den Festzug ordnet. Mit der Fahne und der Grasekönigin nebst den Grasjungfem, welche mit Heu gefüllte, geschmückte Körbe tragen und in der rechten Hand die Sichel halten, und dann der Musik vorauf, findet der Auszug statt. Auf dem Festplatz angekommen, hält eine dazu geeignete Dame eine Ansprache und schließt mit demüblichen dreifachen ,Hoch'. Dann beginnt der Tanz, wobei aber die Festdamen das Recht haben, zum Tanze aufzufordern.

 

Dem geforderten Herrn wird Tanzgeld abgenommen. Am Abend begeben sich alle Tänzer mit ihren Damen nach den nahegelegenen Heuhaufen und schließen einen Kreis um dieselben. Jetzt beginnt die Heuaktion! Die Haufen werden einzeln verkauft und nach erteiltem Zuschlag wird ein Tanz gespielt und im Kreis herumgetanzt. Sind alle Haufen verkauft, so wird das Heu nochmals im Ganzen angeboten, weil die Einzelkäufer auf das Heu verzichten. Der ganze Ertrag fließt in die Kasse der Grasjungfern.Der Grasdanz ist ein sogenanntes Heuerntefest und wird in der Umgebung nur noch in Neuwerk gefeiert".

Im Magdeburger General-Anzeiger vom 17. August 1939 (von Frau Bockmann zur Verfügung gestellt) wird sogar davon gesprochen:

"Bis in die graue Vorzeit reicht das Hüttenröder Grasfest zurück. Wenn sich auch im Laufe der Zeit einige Gepflogenheiten des Heuerntefestes geändert haben, so ist doch das alte germanische Brauchtum in seinen Grundzügen erhalten geblieben."

 

chronik christine kinsky"Wir können heute nicht mehr feststellen, wie der Grasedanz genau entstanden ist", schreibt ein unbekannter Historiker. Und er schlussfolgert: "Wir nehmen an, dass dieses Fest als weibliches Gegenstück zum Schützenfest, in welchem ja die Männer das Regiment führten, gefeiert wurde. Es bildete den Abschluss der Heuernte, an welcher die Frauen den größten Anteil hatten. Während die Männer im Bergbau und in den Steinbrüchen arbeiteten, mussten die Frauen durch Viehhaltung zum Lebensunterhalt beitragen. Sie holten den Futtermittelvorrat mit Kiepen und Sicheln aus dem Wald und trockneten das Gras vor ihren Häusern auf Straßen und Plätzen. Daher sind Sichel, Kiepe und Harke noch heute die wichtigsten Utensilien". Diesen Standpunkt vertritt übrigens auch die ehemalige Frau Hauptmann Christine Kinsky.

 

Seit der Wende organisiert die Kirchengemeinde mit Pfarrer Marschke (wohl weit mehr als ein Freund vom Grasedanz) am Sonnabend gegen Abend einen Gottesdienst zum Grasedanz.
Am Abend gehen die Hüttenröder dann erstmals in die Meine, um auf dem herrlichen Platz (wo gibt es einen solchen in der Umgebung? - nirgends!!) ein Schwätzchen zu halten oder schon einmal das Tanzbein zu schwingen. Vorn wird in einer kleinen Bude kassiert. Während die meisten Einwohner schon eine Plakette im Vorverkauf erworben haben (die Frauen sind durch das Dorf gegangen), müssen die Fremden löhnen. Doch neuerdings geht es mit der Disko erst in den späten Abendstunden los, dann sind die etwasälteren Hüttenröder längst wieder nach Hause gegangen

Die ältere Generation feiert zumeist im Festzelt. Die Tanzfläche vor der Musikantenbude wird von der Jugend genutzt. Hier erklingt Diskomusik. Die Bude hat sichübrigens in den letzten Jahren toll gemausert. Es ist ein kleines Schmuckstück geworden, nachdem sie 2002 sogar auch noch gepinselt wurde. Ä ltere Helfer erinnern sich noch an die Knochenarbeit des Einhängens der schweren Tore - und das nachts nach einer feuchten Feier. Da gab es aber die ganze Nacht etwas zu trinken, Helmut Kukula, Walter Schmeiß, Dieter Skotki waren Hüttenröder Wirtsleute.

Wenn das Dorf noch im tiefsten Schlummer liegt, treffen sich am Sonntag in aller Frühe einige " bewährte" Grasefrauen, um die Kiepen zu schmücken. Eine geheimnisumwitterte Arbeit - pst, es wird nichts verraten. Das Ergebnis sehen die Besucher dann mittags, wenn die Frauen die wunderschönen Kiepen präsentieren. Ich bin jedenfalls jedes Jahr wieder begeistert. Um 9 Uhr aber steht in der Meine der richtig große Höhepunkt auf dem Programm. Viele Zuschauer sind schon da - und eine durchaus aufgeregte Frau Hauptmann. Sie muss schließlich in den nächsten Minuten eine neue Königin vorstellen. Langsam füllt sich der Platz unter der altehrwürdigen Eiche. Dann ein erstes Raunen, denn am Eingang unter dem Begr üß ungsschild stehen die jungen Mädchen und Frauen mit heugefüllten Kiepen. Schön ist, dass sie seit Jahren warten und alle zusammen die wenigen Meter bis zum " Losplatz" zurücklegen.
 
chronik nachwuchs 01Und noch schöner, dass immer mehr kleine und größere Mädchen den Weg in die Meine finden. Deren Eltern fühlen sich ganz einfach dem Hüttenröder Brauchtum verpflichtet, anerkennenswert. Manch Mädchen wurde sogar bereits im Heukörbchen getragen, erinnert sei an Patricia Keßler.
Die schon etwasälteren Grasefrauen leeren die Kiepen, das Heu wird zu kleinen Haufen geschichtet und mit Blumen geschmückt. Zwischenzeitlich ist schon immer eine halbe Stunde vergangen, die Zuschauer werden bereits etwas unruhig. Dann kommt der " s üß e" Moment. Zuerst erhalten die kleinen Mädchen von Frau Hauptmann S üß igkeitenüberreicht mit der Aufforderung, unbedingt in den nächsten Jahren wieder zu kommen.
Als nächstes treten die Kandidatinnen für die Heuprinzessin in einer Reihe an. Diese wird seit 1995 auf Vorschlag von Jörg Hohmann gekürt, der damit für den Grasedanznachwuchs ein Zeichen setzen wollte. Die Mädchen müssen in Hüttenrode wohnen und schon in die Schule gehen. Nervös - das sind sie bestimmt nicht. Ü bernervös ist der bessere Begriff. Jede zieht ein Los, das dann gleichzeitig geöffnet wird. Versteckte Enttäuschung hier - aber ein Riesenjubel dort. Eine von den Mädchen hat das richtige Los gezogen und wird von der Frau Hauptmann zur Heuprinzessin gekürt. Und die Mutti muss sich ihrer Tränen nicht schämen.
 
Danach steht die Wahl der Hüttenröder Grasekönigin an. Zum Glück stehen seit den vergangenen Jahren wieder einige Bewerberinnen parat. Jung und unverheiratet sollen sie sein (meistens passt es) - und sie müssen in Hüttenrode wohnen. Frau Hauptmann hat die Lose in der Schürzentasche - wer zieht den Hauptgewinn? Wieder werden die Lose zur gleichen Zeit geöffnet-wieder liegen Enttäuschung und Freude dicht nebeneinander. Mit Tränen in den Augen empfängt die neue Königin die Glückwunsche und bekommt die Königsschärpe. Die Zuschauer klatschen - und freuen sich, dass Hüttenrode nun wieder eine Königin hat. Der Name der Schönen (bisher waren sie alle schön!) geht wie ein Lauffeuer durch das Dorf. Im Elternhaus der Königin indes ist Hektik ausgebrochen, alles muss vorbereitet werden.
 
chronik wahl grasekoeniginFrüher wurde der Kuchenübrigens von den Bäckern Flemming, Hoffmann und Starke gebacken, auch Herbert Grunemann im Konsum war gewappnet. Alles auf Verdacht, denn eine musste es ja werden. Und bisher hat die Frau Hauptmann noch immer eine Königin gefunden - pardon, das Los hat es so gewollt, denn niemand weißvorher, wer die neue Königin wird. Auch diese selbst wird durch das Losüberrascht. Die Hüttenröder und ihre Gäste verweilen dann noch bis zum Mittag in der Meine. Doch zum großen Festumzug sind sie fast alle zugegen (nur einige hat es schon am Vormittag erwischt). Dieser beginnt in der Regel immer am Deutschen Haus. Erster Beifall brandet auf, wenn die Frauen mit ihren Kiepen die Lange Straße herunter kommen und im Flur der Gaststätte verschwinden. Doch schon wenige Minuten später, wenn auch die Musikanten eingetroffen sind, wird zum Beginn gerufen. " Achtung! Präsentiert die Sichel!" Frau Hauptmann mit der silbergeschmückten Sichel fordert die Frauen und Mädchen auf, sich auf die Straße zu begeben. Mittendrin die Traditionsfahne und am Ende die kleinen Harkenmädchen - die Zukunft des Hüttenröder Grasedanzes. Ein Tänzchen der Frau Hauptmann mit dem Bürgermeister eröffnet den Umzug, den Grasefrauen folgen die männlichen Helfer (jetzt als Mitglieder des Harzklub-Zweigvereins), die Grasefrauen aus Neuwerk, die Rübeländer Schützen, die Mitglieder der Hüttenröder Vereine und auch zahlreiche Einwohner und Gäste des Dorfes. Wir freuen uns, dass auch der Landrat Dr. Ermrich fast in jedem Jahr unser Gast ist.
chronik festumzug 01
 
Fröhlich schlängelt sich der Umzug durch das Dorf, möglichst alle Straßen sollen bei den verschiedenen Umzügen erreicht werden. Malermeister Heinrich Krüger, er hat oft mit seiner Kunst geholfen, hat in der Grasedanzzeit Geburtstag - und da wird dann auch Halt gemacht. Heuprinzessin und Königin werden von Zuhause abgeholt, dann führt alle der Weg in die Meine. Zu DDR-Zeiten säumten tausende Zuschauer die Straßen, besonders die Hauptstraße (und dann besonders ab Tierzucht, Harzer Krug bis zum Eingang in die Meine) war dicht besetzt. In der heutigen Zeit sind es wesentlich weniger Zuschauer, wenn wir auch feststellen, dass es jetzt wieder mehr werden.
Da die Ausgaben zum Fest immer höher werden, sind auch die Preise gestiegen. Früher war es beim Verteilen der Festplakette eine Mark, 1983 (zur Festwoche anlässlich der 850-Jahrfeier ausnahmsweise vier Mark), 1984 bis 1986 zwei Mark, 1987 bis 1991 drei Mark (Achtung - plötzlich war Westgeld da - das Bier kostete vorher 40 Pfennig, jetzt zwei Mark. Alles war anders, nur der Grasedanz, er blieb UNSER FEST!! Von 1992 bis 2001 betrug der Preis für die Festplakette vier Mark. Dann gab es wieder eine Änderung - nun müssen 2,50 Euro berappt werden - natürlich freiwillig!!.
Da erinnern wir auch daran, dass früher auf der Tanzfläche Tanzgeld kassiert wurde. Wenige liefen weg, die meisten kamen und zahlten. Ich erinnere mich, dass Heinz und Hildchen Gebhardt extra auf uns zutanzten, um zu zahlen. Vor meiner Zeit gab es das sogenannte Solo-Tanzen, als der Tanz zum Bezahlen extra organisiert wurde. Die Frauen und Männer und mit ihnen die offiziellen Gäste betreten sonntags nach dem Umzug die Tanzfläche vor der Musikantenbude. Dort wird das Fest offiziell von der Frau Hauptmann eröffnet. Anschließend werden die Gäste mit einer Tasse Kaffee oder einem Glas Bier im Dorfgemeinschaftshaus bewirtet.
 
chronik heuversteigerung 03Auf dem Festplatz erfreuen Kulturgruppen die Besucher. Hochstimmung um 16 Uhr, wenn die Heuversteigerung angekündigt wird. Einübervoller Eichenplatz, frohgelaunte Grasefrauen, erwartungsvolle Männer mit klingender Münze. Dann geht es los! Es wird amerikanisch gesteigert, jeder muss also nur die Differenz bezahlen. Einige Männer wie beispielsweise Fritz Rieche (Strichmann), Carsten Ulrich, Jörg Hohmann, ein Blankenburger Ex-Bahner, Adi Dieckmann, Daniel Rudolph, Heiner Pust und Sohn, Esel-Wilhelm aus Moser, Marcel Schmeiß(Nixe), Frank Skotki Junior (Kecker) und manch Blasebengel sind seit Jahren Dauerkäufer, freuen sich auch auf das Tänzchen mit der Königin und den folgenden Wurf der Schönheit ins Heu. Zum Abschlußder Heuauktion werden die Käufer von unseren Grasefrauen in das Freigehege vor dem Dorfgemeinschaftshaus eingeladen. So manche Flasche wird dabei in bester Stimmung geleert. Auf dem Festplatz werden besonders die Großeltern zur Kasse gebeten, denn für die Knirpse stehen allerhand " Ausgabemöglichkeiten" bereit. Karussell, Los- und Schießbuden, Futterplätze und Tränken - es geht ans Geld.
 
Doch zum Grasedanz sind die Hüttenröder spendabel, schließlich identifizieren sich fast alle Einwohner mit diesem ihren Fest.Gegen 18 Uhr rufen die Blasebengel zum Auszug. Doch es dauert immer mehrere Minuten, denn das Volk hat sich manchmal schon festgesoff ....... Aber Frau Hauptmann fordert Disziplin, die Männer helfen den Frauen, die Kiepen aufzusetzen. Dann geht es raus aus der Meine, Königin und Prinzessin werden nach Hause gebracht. Bei ihnen gibt es für die Begleiter zumeist noch ein Schnäpschen, so manchen hat es dabei schon auf die Bretter (oder in den Sessel wie mal bei Carsten U.) gezwungen. Auch die Schlaglöcher in der Bahnhofstraße waren für einige mehr als ein Stolperloch!! Daher kommt es vor, dass nicht alle Helfer am Abend die Meine nochmals erreichen.
 
Dort aber ist Grasedanzstimmng pur; überall Grüppchen, schwatzend, schmatzend, durstig. Im Festzelt wird zum Tanz gespielt, Hüttenrode feiert mit vielen Gästen (und ganz vielen ehemaligen Hüttenrödern) seinen Grasedanz. Für die Jüngeren geht es aber bis weit nach Mitternacht, Der Montag ist eigentlich der " Tag der Hüttenröder", die Einwohner sind mit guten Freunden mehr oder weniger unter sich. Der Frühschoppen treibt alle in die Meine, Hackeisfrühstück heißt das Lockmittel - eine herrliche Veranstaltung! Jugend und Volksmusik bilden eine Einheit - wo und wann gibt es das noch?! Die Tanzfläche wird zum Freudenplatz - Küsschen hier und Küsschen dort, endlich einmal sind sich die Hüttenröder einig!! Und wenn dann " Die lustigen Braunschweiger" gespielt werden, steht das Hüttenröder Volk auf den Tischen. Unser Jörg (H.) gehört dabei zu den Spitzenreitern! Schade, dass die Zeit so schnell vergeht. Auf die Mittagsmahlzeit müssen viele verzichten - zum Wohle!

 

Noch einmal steht ein Umzug auf dem Programm. Vor einigen Jahren begann er erst um 14 Uhr, weil auf den Treffpunkt bei der Königin verzichtet werden sollte. Eine logische Entscheidung der damaligen Frau Hauptmann Christine Kinsky, da sie befürchtete, dass die Kandidatinnen für die Wahl zur Königin aus finanziellen Ä ngsten verzichten würden. Doch einige Helfer fanden es richtig schade, denn der Königstreff war und ist eine herrliche Sache. So kann die Königin nun wieder sagen: " Ich lade alle Grasedanzfrauen und die Helfer zu einer Tasse Kaffee recht herzlich ein". Dankeschön, ihr Königinnen! Doch man muss auch sagen, dass der Königstreff schon einem Einwohnertreffpunkt gleich kommt.

Wer da alles kommt.... Früher war es ein wirkliches Treffen der unmittelbar Beteiligten. Erstmals nahm es bei Dieter Skotki gr öß ere Ausmaße an, als dort im Garten gefeiert wurde. Der Höhepunkt war bei Carsten Ulrich erreicht, als die Helfer in der ersten Reihe und die Gäste in der zweiten Reihe unter den Kastanien saßen. Schön war es trotzdem - in diesem Jahr habenübrigens die Männer die Kiepen zurück in die Meine getragen. Ja, ja - auch Grasefrauen machen einmal schlapp.
 
chronik kindertanz 01Unsere Knirpse warteten wie immer schon sehnsüchtig auf den Kindertanz. Die Tanzfläche ist dicht gefüllt und auch umlagert. " Ach, wenn es doch erst wieder Montag war" und " Dann kommt der linke Arm herein" - das sind die Starlieder, die alle zum Mitmachen animieren. Früher hat das Walter Huhne gemacht, später die Frauen vom Kindergarten - heute spielen einige Mitglieder der Hüttenröder Band "Riff" die Kinderlieder. Wenn dann um 18 Uhr der letzte Auszug des Jahres erfolgt, nähert sich der Grasedanz seinem Ende. Der harte Kern der Hüttenröder und auch der des Grasedanzkomitees (Männer und Frauen) aber hat noch einige Stunden Zeit und zudem Muße. Noch ist das Fest nicht zu Ende! Die Helfer treffen sich noch auf ein Gläschen bei einem der ihren, Carsten, Kathrin, es war herrlich!

 

Abends ist die Meine relativ wenig gefüllt - das Dorf hat seine Schuldigkeit getan, das Dorf ist müde. Dankeschön allen, die wieder für wunderbare Erlebnisse gesorgt haben. DANKE auch den Organisatoren im Hintergrund. DANKE an das Wetter (Irrtum 2001, als der Umzug in der Teichstraße unterbrochen werden musste), DANKE an die Hüttenröder, die den Euro an diesen Tagen lockerten, DANKE an die Familien von Königin und Heuprinzessin, DANKE an die Gäste, die unser Fest besuchten, DANKE an die Kinder, die die Meine bevölkern, DANKE in der heutigen Zeit auch ganz herzlich an unsere Sponsoren.

 

Am Dienstag treffen sich die Helfer zum Abschluss-Aufräumen, etwas müde und lahm, aber voller Pflichtbewusstsein. Gegen Abend ist der Platz wieder in gutem Zustand. Noch ein Bierchen? Aber selbstverständlich, doch langsam! Wenn die Frauen kommen und das Dorfgemeinschaftshaus wieder auf Vordermann bringen, wird zudem die Abschiedsmahlzeit Rührei vorbereitet. Als man sich verabschiedet, heißt es: Tsch üß - und bis zum nächsten Jahr. Doch so lange soll es nicht dauern, die Grasedanzfreunde treffen sich vorher noch desöfteren, unter anderem beim traditionellen Tanz im Deutschen Haus. Und da werden schon die ersten konkreten Vorstellungen für den nächsten Grasedanz präsentiert.

 

Der Hüttenröder Grasedanz - ein wunderschönes Erlebnis.

Unsere Sponsoren:

 

Landkreis Harz

Stadt Blankenburg

Stadtwerke Blankenburg

Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt

Avacon AG

Ralf Fischer GmbH

Hasseröder / Imbev

Harzer Volksbank

CPS GmbH

Zaunbau Abel

Wir danken allen die uns in jeglicher Form unterstützen

 

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